
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts führte ein Glaubensüberschwang
zum Wiederaufbau des Doms Notre Dame de Chartres auf
den Fundamenten älterer Gebäude. Die Arbeiten
dauerten kein Viertel Jahrhundert.
Die Architekten, die auf der Baustelle einander folgten,
sind nicht bekannt. Das Ergebnis ist allerdings ungewöhnlich
schlüssig. Es ist das erste Gebäude, das im
klassischen gotischen Stil errichtet wurde. Reims, amiens,
Beauvais... übernahmen zwar das Prinzip des Tragwerks,
gebaut wurde allerdings leichter und noch höher.
Die Sammlung von Bildwerken ist erhalten geblieben,
so wie sie von den Theologen des 12. und 13. Jahrhunderts
erdacht war. Somit bietet der Dom 9 geschnitzte Portale,
die in Frankreich einmalig sind, und 2600 m2 Kirchenfenster.
Wir haben es hier mit einer wahrhaftigen Steine-Enzyklopädie
zu tun, zur Unterrichtung der Christen.
Als Ausdruck der Theologie und Spiritualität vermitteln
diese Bild eine Lehre, ein Glaubens- und Lebensbekenntnis:
„die Gedankenwelt des Mittelalters wird sichtbar,
das Unsichtbare wird sichtbar“ schrieb Emil Mâle.
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In Chartres dominiert die blaue
Farbe, es ist allerdings vor allem das Blau der Kirchenfenster
von Unserer Lieben Frau de la Belle Verrière,
das die Besucher aus der ganzen Welt lockt. Dieses strahlende
Blau wurde erreicht, indem die Glaspaste mit Kobaltoxid
gefärbt wurde. Später wurden andere, weniger
aufwendige blaue Farben eingesetzt, die das Blau des
12. Jahrhunderts verdrängten.
Als mittelalterlicher Glanzbau
strahlt der Dom und begeistert die Besucher. Im Schatten
seiner Stützpfeiler schlägt das Herz der Altstadt.
Kapriziöse Strassen und Gassen mit geschmackvollen
Namen, gesäumt von alten Giebelhäusern, Treppen,
die zur Altstadt führen, die sich im Wasser der
Eure widerspiegelt...
Überschäumende Atmosphäre
an den Marktständen, Charme einer kleinen gewölbten
Brücke über den Fluss, Eleganz einer Hausfront,
Glanz der Fenster einer alten Kirche, Reichtum der Museen
mit 1000 Schätzen, Magie eines Konzerts, das die
Stadt entflammt, Leidenschaft eines Kunsthandwerkers,
Frische einer Terrasse in der Nähe einer Wassermühle...
Chartres hat es gerne, überrascht
zu werden...
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